Die Inselbelegstelle Nordstrandischmoor

Die Hallig Nordstrandischmoor ist in ihrer Ausdehnung ca. 2,6 km lang und ca. 1 km breit und hat eine Fläche von ca. 1,9 qkm. Sie besteht aus vier Warften, auf denen jeweils ein Haus steht. Zur Zeit leben ca. 23 Menschen das ganze Jahr auf der Hallig. Es gibt sogar eine Schule mit 3 Schülern (eine der kleinsten Schulen Deutschlands). Bei jeder Sturmflut ist die ganze Hallig unter Wasser (man nennt es hier „Land unter“); nur die vier Warften ragen dann aus der tobenden Nordsee. Und manchmal sogar nagt die Nordsee an der Hauswand.

Die Hallig Nordstrandischmoor

 

 

Nordstrandischmoor ist die jüngste Hallig. Sie ist, neben den Inseln Pellworm und Nordstrand, eines der Bruchstücke der in der Burchardiflut von 1634 untergegangenen Insel Strand. Vor dieser Sturmflut war Nordstrandischmoor ein unbewohntes Hochmoor, das zum Torfstechen genutzt wurde. Während der Flut wurde das hochgelegene Land zum Zufluchtsort, wo sich nach der Flut einige Familien ansiedelten, die sich teils von dem Ertrag des Moores, teils durch Fischerei und Schafzucht ernährten. Sie hielten sich anfangs zur letzten verbliebenen Kirche auf Nordstrand in Odenbüll, ehe 1642 Nordstrandischmoor ein eigenes Kirchspiel wurde und Sebastian Heimreich hier Pastor wurde. Sein Nachfolger war ab 1652 sein Bruder, der Chronist Anton Heimreich, während dessen Amtszeit 1656 die erste Kirche errichtet wurde.

 

Allmählich wurden die Ländereien durch Auftragen von Marscherde, welche die Insel umgab, ausgebessert. 1717 gab es schon 20 Wohnungen, wovon am 24. Dezember 1717 und dem darauf folgenden Tag durch die Überschwemmungen der Weihnachtsflut 18 samt der Kirche weggespült wurden, wobei 15 Personen starben. Schon im folgenden Jahr wurden abermals einige Häuser erbaut, die indes 1720 zum Teil wieder zerstört wurden. Nach der Sturmflut vom 3. und 4. Februar 1825 waren von sieben Häusern drei übriggeblieben. Die Kirche - die vierte seit 1656 - und das Pastorat, das auch dem Küster Unterkunft gewährte, hatten so sehr gelitten, dass sie abgebrochen werden mussten. Der letzte Geistliche war Johann Christoph Biernatzki, dessen Schilderungen aus dem Leben der Halligbewohner seinerzeit in weiten Kreisen bekannt wurden. Seitdem hat Nordstrandischmoor keine eigene Kirche mehr. Beerdigungen auf dem noch erhaltenen Friedhof fanden noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts statt.

 

Die Fläche der Hallig ist seit 1634 auf etwa ein Drittel zurückgegangen. Diese Schrumpfung wurde erst durch die Steinbefestigung 1926 aufgehalten. Gleichzeitig wurde die Lorenverbindung zum Festland eingerichtet.

 

Quelle: Wikipedia

Die Geschichte der Inselbelegstelle Nordstrandischmoor

 

 

Ab 1969:

 

wurde die Hallig Nordstrandischmoor als Belegstelle für die Carnicazucht benutzt.

 

 

Seit dem 25. Februar 1987:

 

ist die Hallig Nordstrandischmoor zum Schutzgebiet für die Paarung von Bienenköniginnen erklärt worden. Nachzulesen ist dieses hier .

 

 

Ab mitte der 90´er bis 2013:

 

wurde sie nicht mehr genutzt. Da es noch sehr viele andere gute Belegstellen für die Carnica gab. Zudem war die Carnica nahezu flächendeckend in Deutschland verbreitet. So dass man auch mit einer Standbegattung schon sehr gute Ergebnisse erzielen konnte. Darum bestand keinen Bedarf mehr für diese Belegstelle.

 

 

2013:

 

wurde ein Antrag für die Nutzung dieser Belegstelle für die Dunkle Biene gestellt.

 

 

2014:

 

ab Mitte Mai, wurden 12 Königinnen für 3 Wochen ohne Drohnenvölker aufgestellt, um zu testen, ob die Hallig als Inselbelegstelle für die Dunkle Biene sicher ist. Es wurde keine Königin begattet.

 

Ab Mitte Juni konnte ein erster Testlauf mit 70 Königinnen und 6 Drohnenvölker der Dunklen Biene duchgeführt werden. Zeitgleich wurden alle Inselbelgstellen im Schleswig Holsteinischen Wattenmeer per DNA vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker e.V. gestest ob kein Verflug zwischen den Belegstellen stattfindet. Dabei wurde festgestellt das die Hallig Nordstarndischmoor 100% sicher ist und keine Fremdpaarung statt findet.

 

 

seit 2015:

 

ist die Hallig Nordstrandischmmor die erste und einzige gesetzlich geschützte Inselbelegstelle für die Dunkle Biene in Deutschland. Und wurde von Basti´s Imkerei der Zuchtgemeischsft Dunkle Biene Nord für die Erhaltung und Zucht der Dunklen Biene zur Verfügung gestellt.

 

 

 

Nasse Füße

Auf einer Hallig kann es bei einer Sturmflut auch schon mal sehr eng werden, wenn das Wasser kommt wie am 08. Juni 2015. Zum Glück ist sowas im Sommer die Ausnahme.

Kleine Abenteuer Geschichte, wie alles begann: Kai-M. Engfer

 

Quelle: www.honey-bees.de

 

Am 16. Februar 2014 machte ich mich in aller Frühe auf eine geheimnisvolle Reise. Um 6 Uhr morgens, es war natürlich noch stockdunkel, riss mich der Wecker aus meinem Schlaf, denn es sollte Richtung Westen gehen, an die Schleswig-Holsteinische Nordseeküste. Und das mitten im Winter bei Nachtfrost und aktueller Sturmwarnung. Verabredet war ich um 9 Uhr in Lüttmoorsiel mit Sebastian Runge, besser bekannt als Basti, der mich eingeladen hat, die Hallig Nordstrandischmoor zu besichtigen, um sie als mögliche Inselbelegstelle für die Dunkle Biene zu begutachten.

 

Nach anderthalbstündiger Fahrt durch die Schleswig-Holsteinischen Geest- und Marschlandschaften kam ich in Lüttmoorsiel bei schönstem Sonnenaufgang an. Lüttmoorsiel ist nach mehreren Deichüberquerungen der letzte Punkt auf dem Festland; danach kommt nichts mehr außer der Nordsee. Beinahe, denn: in der Ferne lassen sich von Lüttmoorsiel aus bereits die Halligen erahnen.

 

Noch nie habe ich so hautnah und intensiv die Westküste erlebt: in rauher Natur war hier die Kraft der Nordsee und des Windes unmittelbar spürbar. „Und da draußen sollen Menschen leben?“, fragte ich mich.

 

Es dauerte nicht lange, da kam auch Basti vorgefahren. Wir suchten uns hinter einem Schuppen ein relativ geschütztes Plätzchen für den ersten Klönschnack. Denn um 9 Uhr kam schon der „Insulaner“ Thore Siefert, Bewohner von Hallig Nordstrandischmoor, mit seiner Lore auf uns zu gefahren. Die Lore, es ist die einzige Verbindung vom Festland zur Hallig, erschien uns sehr urig: auf einer Schmalspurschiene überbrückt diese „Inselbahn“ die ca. 4 km Länge zwischen Festland und Hallig. Nur gut, dass diese unsere Lore ein geschlossenes Exemplar war, denn wir befürchteten schon, dass die Überfahrt bei Windstärke 9 und Hagel / Regen von der Seite in einer offenen Lore statt findet und uns nur ein kalter Metallrahmen zum Festhalten blieb. Glücklicherweise war es nicht so.

 

Kurzum: wir machten uns mit Thore bekannt; es war vom ersten Augenblick an eine sympathische Begegnung. Und schon ging es los: mit lautem Knattern setzte sich unsere „Bahn“ in Bewegung, zuerst den Deich in leichter Steigung hinauf, und auf der anderen Seite wieder hinunter. Jetzt waren wir im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer, rundherum nur Watt und Wasser, und wir in der Lore auf einem schmalen Damm, der schnurgerade zur ca. 4 km entfernten Hallig führt. Das war ein Erlebnis! Natur pur! Und ein schönes Abenteuer!

 

Die Hallig Nordstrandischmoor ist in ihrer Ausdehnung ca. 2,6 km lang und ca. 1 km breit und hat eine Fläche von ca. 1,9 qkm. Sie besteht aus vier Warften, auf denen jeweils ein Haus steht. Bei jeder Sturmflut ist die ganze Hallig unter Wasser (man nennt es hier „Land unter“); nur die vier Warften ragen aus der tobenden Nordsee. Und manchmal sogar nagt die Nordsee an der Hauswand.

 

Bislang steht die Hallig Nordstrandischmoor als gesetzlich geschützte Inselbelegstelle der Carnica Zuchtrichtung Sklenar zur Verfügung. Hierfür wird sie aber seit einigen Jahren nicht mehr genutzt, so dass wir schauen wollten, ob sich die Hallig auch für eine Belegstelle der Dunklen Biene in Schleswig-Holstein eignet.

 

Thore und seine Frau Susanne Siefert haben wir beide sofort als äußerst sympathische und ausgeglichene Menschen kennen gelernt. Ich glaube, diese Ruhe muss man hier auf der Hallig auch haben, denn Angsthasen könnten sich bei Sturmflut hier schnell in die Büx machen.

 

Schnell kamen wir ins Gespräch, und Basti hat mit Thore vornehmlich den fachlichen Teil übernommen, wohingegen ich etwas Pause hatte, um mich von der ergreifenden Natur beeindrucken zu lassen. Es ist schon ein wahnsinnig schönes Bild, praktisch mitten in der Nordsee zu stehen, nur knapp oberhalb der Wasserspiegels, auf einem „Häufchen“ Land, wo Menschen leben. Die Grenze zwischen Hallig und dem angrenzenden Watt war für mich zunächst gar nicht so einfach auszumachen. Denn diese Grenze ist grün; sie wird geprägt vom salzfesten Gras und von einer vorzüglichen Bienenweide, dem Strandflieder, der hier auch Halligflieder genannt wird, einer ausdauernden niedrigen Staude.

 

Thore und Basti wurden sich bezüglich eines möglichen Standplatzes für die Drohnenvölker und die Begattungsvölkchen offensichtlich schnell einig, so dass wir nach einem friesische Kaffee bei den Gastgebern auch bald wieder die Hallig verlassen konnten, denn es war Sturmflut und „Land unter“ angesagt. Tatsächlich stieg das Wasser schon recht hoch, so dass wir uns beeilen mussten, denn wir wollten ja vor der Flut wieder festen Boden unter den Füßen haben. Nach knapp halbstündiger Fahrt erreichten wir wieder Lüttmoorsiel und damit den Beltringharder Koog. Als Koog werden eingedeichte Landmassen bezeichnet, die rundherum von einem Deich vor der Nordsee geschützt werden.

 

Es war eine hochinteressante, einmalige Erlebnistour zu dieser schönen Hallig. Ganz besonders möchte ich mich bei Basti bedanken, der mich als damals einzigen eingeweiht und mitgenommen hat. Ein ebenso großes Dankeschön geht an die Familie Siefert für ihre Gastfreundschaft und den freundlichen Aufenthalt mit den vielen Informationen.

 

Kai-M. Engfer

Am Abend unseres Besuches auf der Hallig schickten uns Susanne und Thore noch ein Bild von einem Landunter das ein paar Stunden nach unserem Besuch da war.

 

Das Leben auf einer Hallig ist wohl zu recht ein ganz besonders.

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